Honig kaltgeschleudert

Die Werbung mit dem Begriff kaltgeschleuderter Honig suggeriert dem unwissenden Honigkunden, dass es sich um etwas Besonderes handelt.
Dem ist nicht so.
Aller Honig ist kaltgeschleudert und es gibt keinen heißgeschleuderten Honig!

Im Mittelalter wurde Seim-Honig gewonnen.
Hierzu wurden die Waben ausgeschnitten und ausgekocht.
Beim Erkalten setzte sich ganz oben Bienenwachs ab, in der Mitte Trester und Bienenbrut und ganz unten Honig, der Seim-Honig. So etwas gibt es in Deutschland seit über 100 Jahren nicht mehr.

Bei der Entnahme der Waben aus dem Bienenstock hat der Honig eine Temperatur von 30°C. Bei dieser Temperatur ist das Schleudern optimal. Kühlt der Honig auf Umgebungstemperatur von 20°C ab, nimmt die Fließfähigkeit des Honigs deutlich ab, aber die Festigkeit der Waben ist nun verbessert.
Das Schleudern stellt für die hauchfeine Struktur der Bienenwaben eine hohe mechanische Belastung dar. Der Imker muß hier mit Umsicht und Gefühl arbeiten, sonst gibt es Wabenbruch. Bei 37°C verliert Bienenwachs seine Festigkeit, es ist knetbar, bei 63°C schmilzt es. Heißschleudern geht also nicht und gibt es nicht.
Die Werbung mit kaltgeschleudertem Honig ist ein Ärgernis für jeden ehrbaren Imker.

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